Sensei J.Dybski; Sensei F.Liepe; Sensei M.Heyde (v.l.n.r.)

Was ist Karate – do?


Das wesentliche des Karate-do ist nicht, über Sieg und Niederlage zu entscheiden, denn Karate-do ist eine Kampfkunst, die den Charakter durch Training entwickelt, so dass der Karateka jedes physische und  psychische Hindernis überwinden kann.

Karate ist eine Kampfkunst zur waffenlosen Selbstverteidigung, bei der Arme Beine und der Körper trainiert werden. Es wird eine mit Waffen vergleichbare Schlagkraft entwickelt, mit der ein unerwarteter Angriff abgewehrt werden kann.

Der Weg des Karate erzieht den Körper. Durch beschreiten dieses Weges beherrscht der übende alle Bewegungen des Körpers, wie z.B. Beugen, Springen Balancieren, indem er lernt alle Techniken in alle Richtungen auszuführen. Die Techniken werden vollkommen von der Willenskraft des Übenden kontrolliert und richten sich präzise, direkt und mit maximaler Kraft auf das Ziel.

Das wichtigste beim Ausführen der Techniken des Karates ist das Kime. Kime bedeutet soviel wie das explosionsartige Ausführen der Technik mit maximaler Kraft in der kürzesten Zeit, die möglich ist. Früher gab es den Ausdruck Ikken Hissatsu  „mit einem Schlag töten“. Daraus abzuleiten, dass das Ziel des Karate-do das töten sei, ist jedoch falsch und gefährlich. Hierbei sollte daran erinnert werden, dass die ersten Karateka damals bei ihrem Training täglich und mit vollem Krafteinsatz ihre Techniken mit Kime ausführten, wobei sie den Makiwara verwendeten.

Kime wird bei Schlägen, Stößen und Tritten, aber auch bei Abwehren eingesetzt. Eine Technik ohne Kime ist kein richtiges Karate, auch wenn dies so scheinen mag.

Durch das tägliche und intensive Training werden verschiedene Körperteile in bewegliche und wirksame Waffen umgewandelt. Hierzu bedarf es einer guten Selbstkontrolle.

Um Sieger zu werden, muss man sich zuerst selbst besiegen.

 

Entnommen aus Nakayamas Karateperfekt 3.

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